SEOkomm 2011 – eine Gonzo-Betrachtung

Unter Gonzo-Journalismus versteht man eine Art der subjektiven Berichterstattung, die nur durch kompromissloses Eintauchen ins Geschehen stattfinden kann. So hat der Begründer dieser Literaturform, Hunter S. Thompson, zum Beispiel einige Monate mit den Hell’s Angels verbracht um über diese zu berichten. Wenn ich nun an die SEOkomm 2011 denke, dann kommen mir die Worte von Thompson aus Fear and Loathing in Las Vegas in den Sinn:

Es war eine ganz besondere Zeit und ein ganz besonderer Ort um dazu zu gehören. Aber keine Erklärung, keine Wortkombination oder Erinnerung könnte an das Gefühl heranreichen zu wissen, dass man dabei war – was das auch immer das bedeutet!

Trotzdem werde ich versuchen meine Wahrnehmungen hier in ein paar unzulängliche Wortkombinationen zu drücken.

Alles begann schon am Tag vor der eigentlichen Konferenz und eigentlich auch schon vor der Warm-up Party. Damit Rede ich nicht von der Vorfreude, sondern von der kollegialen Atmosphäre in der Lounge des Motel One. Angeregte Gespräche zu unseren Fachbereichen wurden von immer neuen Neuankömmlingen unterbrochen und bereits hier wurde Einstein’s Theorie zur Zeit negiert. Die Zeit dehnt sich nämlich nicht durch die Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit, sondern durch den Wunsch jeden Moment besonders auskosten zu wollen.

Dann ging es auch schon in den Shuttle Bus zur Warm-up Party und ich muss gestehen, einen ganzen Bus voller Nerds hat Salzburg bestimmt selten erlebt. Wenn man den Vorurteilen über Nerds glauben schenken darf, dann bewegte sich da wohl ein summierter 6-stelliger IQ auf Rädern.

Die Bar Apo war dann schnell mit hübschen Menschen und Nerds gefüllt und obwohl sich da scheinbar relativ viel IQ vereint haben soll, nahm es keiner so genau mit der Gesundheit und die Luft konnte man bald schneiden so war das Lokal mit Rauch gefüllt – oder waren es rauchende Köpfe? Nach einem kurzen Karriere-Wechsel zur Branche Catering Service mit Martina Müllner war auch bald das Problem Hunger gelöst und wir konnten unter viel heiterem Lachen das Budget von Sistrix ausschließlich für Getränke dezimieren bis spät abends hierfür noch ein anderer Herr einsprang.

Leider musste ich mir relativ schnell strategische Gedanken über die Vergabe meiner Visistenkarten machen und dieser Fakt allein sollte schon relativ gut verdeutlichen in welch geselliger Runde ich mich hier befand. Man konnte sich in jede Richtung drehen und sofort ein erheiterndes Gespräch führen aus dem man viele interessante Perspektiven mitnehmen konnte. Ich denke Wirtschaftskammern in ganz Österreich könnten sich hier einige Scheiben abschneiden was die Definition von Networking angeht – Bar Apo – so wird es gemacht!

Der nächste Tag ging dann nicht so super los. Ich hasse es nach durchzechter Nacht aufzustehen – aber da kann die SEOkomm echt nichts dafür. Vielleicht hätte der Shuttle-Bus etwas später starten können. Aber obwohl die SEOkomm da kaum was verschuldet hat, hat sie alles gleich wieder gut gemacht. Denn schon nach den ersten Worten von Marcus Tandler übernahm der Teil meines Gehirns der meinte: das ist interessant! Auch wenn der Gehirnlappen, der Schlaf forderte, lauthals protestierte.

Wenn man sich viel mit SEO und Online-Marketing beschäftigt, dann waren viele der Ausführungen des Mediadonis mit einer hohen Menge an Logik angereichert. Vieles fiel einem wie Schuppen von den Augen und die geistige Rüge “warum hab ich selbst noch nicht daran gedacht” sollte während des ganzen Tages noch oft Gebrauch finden.

Nach der Keynote ging es mit starkem Kaffee und noch stärkeren Vorträgen weiter. Ein weiteres Highlight für mich war dann noch Jonas Weber der endlich mal die Arbeitsweise hinter Suchmaschinen etwas entmystifizierte. Denn für viele ist Google die nette Tante, wenn die Rankings gut stehen, aber auch das große böse Monster, welches es nur auf mich abgesehen hat, wenn die Rankings schlecht stehen.

Dabei sollte uns ein Ziel verbinden und zwar den Usern das richtige Suchergebnis zu liefern. Sieht man sich in diesem gemeinsamen Boot, dann wird aus SEO plötzlich Online-PR und wir dürfen auf eine rosige, gemeinsame Zukunft blicken.

Aber im gesamten beschreibt mein Tweet während der SEOkomm die Qualität der Vorträge sehr gut:

#seokomm wann ist ein Vortrag endlich so langweilig, dass ich schlafen kann… alle zu gut

Das ging sogar so weit, dass ich zum Juristen-Vortrag gegangen bin um meinem Kopf etwas Pause zu gönnen und dann war sogar der so interessant, dass ich ihn noch fast auswendig im Kopf habe.

Der einzige Vortrag den ich nicht so überragend fand war von Sasa Ebach, weil mir vorkam es war sehr ähnlich zum letztjährigen. Aber bei weniger starker Konkurrenz hätte auch dieser Vortrag brilliert.

Dann ging es langsam Richtung Party und Abendessen. Ein Gentleman könnte hier nun schweigen und genießen. Tue ich aber nicht: war wieder super! Mein Mitarbeiter dem ich diese geniale Veranstaltung auch nicht vorenthalten wollte, wusste nach dem Catering warum ich ankündigte das Essen wäre genial. Und jeder zukünftige Barkeeper wird mit mir verzweifeln, wenn ich nur mehr Microsofts und levelsevens bestelle.

Irgendwann hat dann die Müdigkeit auch ein wenig gesiegt – doch gerade in dem Moment hat die SEO-Band “hier kommt Alex” gebrüllt und mein Blut geriet wieder in Wallungen. Der Ausklang fand dann aber größtenteils vor der Tür der Party statt wo geraucht werden konnte. Da wurden mehr und mehr Tische herangeholt um all die Leute unterzubringen.

Nach guter alter Domainer-Stammtisch Manier (die zwei wissen was ich meine) gab es noch einen ausgezeichneten Whisky in der Motel One Lounge und dann fiel ich totmüde in mein Bett. Es wurde zwar noch diskutiert einen “Sauna”-Club zu besuchen (nicht mit den beiden), aber mehr Serotonin wäre eindeutig eine Überdosis gewesen. Wenn Wissen glücklich macht, dann macht die SEOkomm garantiert süchtig.

Jetzt am Ende sollte ich eigentlich Oliver Hauser und Christoph Cemper und all den anderen danken, aber da drohe ich ihnen lieber: wenn ihr das nicht noch viele Jahre lang immer wieder macht, dann finde ich eure Server und schicke euch so viele Ping Anfragen, dass …

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